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Executive Search in der Industrie: So läuft ein Mandat ab

Zwei Führungskräfte im Gespräch in einer Industriehalle

Ein Executive-Search-Mandat entscheidet sich nicht bei der Kandidatenvorstellung, sondern in der Auftragsklärung. Wir zeigen, wie ein Mandat in der Industrie abläuft und was Sie als Auftraggeber beitragen müssen.

Viele Unternehmen beurteilen Executive Search nach dem Moment, in dem die ersten Kandidaten vorgestellt werden. Das ist zu spät. Ob ein Mandat gelingt, entscheidet sich davor: in der Klärung der Aufgabe und in der Frage, wen der Markt überhaupt hergibt. Wer den Ablauf kennt, kann beides steuern.

Wir beschreiben hier, wie ein Executive-Search-Mandat für Führungs- und Schlüsselpositionen in der Industrie aus unserer Sicht ablaufen sollte, und was Sie als Auftraggeber dazu beitragen.

Executive Search ist keine verlängerte Stellenanzeige

Bei einer Ausschreibung wartet das Unternehmen auf Bewerbungen. Bei Executive Search geht die Beratung aktiv auf Personen zu, die eine Position innehaben und nicht suchen. Das verändert den gesamten Prozess.

Ein Kandidat, der nicht wechseln muss, braucht einen Grund zuzuhören. Er prüft Aufgabe, Unternehmen und Gegenüber sehr genau. Ein Mandat ist deshalb weniger ein Versand von Profilen als ein Gesprächsprozess, den beide Seiten mit Sorgfalt führen müssen.

Phase 1: Auftragsklärung vor jeder Ansprache

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch mit Geschäftsführung und Fachbereich. Es geht nicht um eine Liste von Anforderungen, sondern um die Aufgabe hinter der Stelle. Typische Fragen:

  • Welches Problem soll die Person in den ersten Jahren lösen?
  • Was gehört zwingend zum Profil, was ist wünschenswert?
  • Wie ist die Position intern eingebettet, und wer entscheidet mit?
  • Warum ist die Stelle frei, und was haben frühere Besetzungen gezeigt?
  • Welche Rahmenbedingungen sind verhandelbar, etwa Standort, Vergütung oder Berichtslinie?

Unsere Haltung dazu ist klar: Wer diese Phase abkürzt, bezahlt später mit Kandidaten, die auf dem Papier passen und in der Sache nicht. Ein Profil, das intern nicht abgestimmt ist, lässt sich extern nicht erfolgreich vertreten.

Phase 2: Marktkartierung und gezielte Ansprache

Danach wird der Markt systematisch erfasst. Welche Unternehmen beschäftigen Personen mit dem gesuchten Hintergrund? Wo sitzen sie, und welche Laufbahnen passen zur Aufgabe? In technischen Branchen wie Maschinenbau, Automotive, TGA, Elektrotechnik, Chemie oder Bauwesen ist dieses Fachverständnis keine Zugabe. Ohne es lässt sich ein Profil weder sauber eingrenzen noch glaubwürdig ansprechen.

Die Ansprache erfolgt diskret und persönlich. Sie nennt die Aufgabe konkret und verzichtet auf Standardformulierungen. Gute Führungskräfte erkennen schnell, ob ihr Gegenüber ihr Feld versteht. Ein Mandat gewinnt oder verliert hier sein Vertrauen.

Diskretion ist Teil der Leistung

Viele Besetzungen sollen nicht öffentlich werden, etwa bei Nachfolgen oder Veränderungen in der Leitung. Executive Search erlaubt das, weil der Name des Auftraggebers erst dann fällt, wenn ein Kandidat ernsthaftes Interesse zeigt.

Phase 3: Gespräche, Bewertung und Vorstellung

Aus der Ansprache entstehen Gespräche. Wir prüfen dabei nicht nur Lebenslauf und Fachwissen, sondern auch Motivation, Führungsverständnis und die Passung zur Unternehmenskultur. Ein Lebenslauf zeigt, was jemand getan hat. Er zeigt nicht, wie jemand entscheidet und führt.

Sie erhalten eine begrenzte Zahl sorgfältig geprüfter Kandidaten, jeweils mit einer eigenen Einschätzung. Nicht die Menge zählt, sondern dass jeder Vorgestellte die Aufgabe tatsächlich übernehmen könnte. Wer Ihnen viele Profile schickt, hat meist wenig geprüft.

Phase 4: Entscheidung, Vertrag und Einstieg

Nach den Gesprächen auf Ihrer Seite beginnt die Phase, in der viele Besetzungen noch scheitern. Erwartungen an Vergütung, Kündigungsfristen und Startzeitpunkt müssen offen geklärt werden. Ein Kandidat mit einem laufenden Arbeitsverhältnis erhält oft ein Gegenangebot. Hier braucht es ein Gegenüber, das beide Seiten kennt und ehrlich berät.

Mit der Vertragsunterschrift endet die Arbeit nicht. Ein strukturierter Einstieg und ein Austausch in der Anfangszeit helfen, dass die Person im Unternehmen ankommt.

Was Sie als Auftraggeber beitragen

Executive Search funktioniert nur als Zusammenarbeit. Drei Dinge liegen bei Ihnen:

  • Entscheider, die erreichbar sind und Gespräche zügig führen.
  • Ein intern abgestimmtes Anforderungsprofil, bevor die Ansprache beginnt.
  • Offene Informationen über Aufgabe, Erwartungen und mögliche Schwächen der Position.

Wenn Sie eine Schlüsselposition besetzen wollen und den Ablauf für Ihr Unternehmen prüfen möchten, sprechen Sie mit uns. Wir klären im ersten Gespräch Aufgabe, Profil und Marktlage und sagen Ihnen offen, ob Executive Search der richtige Weg ist.

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